Vorfall
Am 15. August 2025 wurde in Kozów (Niederschlesien, Polen) ein selbstgebauter LiFePO₄-Heimspeicher im Holzgehäuse, gekoppelt an eine PV-Anlage über einen Growatt-WIT-Wechselrichter, durch einen Brand zerstört. Die Feuerwehr trennte den Speicher von der Anlage, brachte ihn ins Freie und kühlte ihn mit Wasser — gemäß NFPA 855 die empfohlene Taktik für Li-Ion-Brände.
*Quelle: elektrykapradnietyka.com, August 2025. Fotos: OSP Prusice, JRG Złotoryja.*
Technische Analyse
Laut Angaben des Eigentümers (zugleich Installateur) handelte es sich um Hithium-LFP-Prismazellen (2023) in horizontaler Lage, mit PMMA-Frontabdeckung. Auslöser war ein Einzelzellenfehler (Zelle Nr. 8) — das Druckventil öffnete, brennbarer Vent-Gas-Strahl (H₂, CO, Kohlenwasserstoffe, Elektrolytdämpfe — Flammpunkt 18–33 °C) entzündete sich, brannte die PMMA-Abdeckung durch und sprang auf das Holzgehäuse, den Wechselrichter und die Unterverteilung über.
Konstruktive Fehler
- Brennbares Gehäuse (Holz + PMMA) — IEC 62619, UL 9540/9540A verlangen definierte Brandklasse; gute Praxis: A1/A2-s1,d0 und EI30–EI60.
- Horizontale Zellenlage — flüssiger Elektrolyt läuft nach Vent-Öffnung aus.
- Keine Gasabführung, keine H₂/CO-Detektion.
- Wechselrichter direkt neben dem Pack — Schutzelektronik wird zuerst zerstört.
Fazit
LFP ist sicherer als NMC, aber nicht unbrennbar. Konstruktive Disziplin (nicht brennbares Gehäuse, kontrollierte Vent-Wege, EI-Trennung, Trennung Leistungselektronik vom Pack) bleibt erforderlich.



